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Miss Moneypennys Geschichte

Im Tierheim

Miss Moneypenny kam im September 2003 aus dem Tierheim Duisburg zu uns. Sie war gerade 3 Jahre alt geworden.

Zusammen mit mehreren anderen Springern war sie beschlagnahmt worden und, nachdem ihre Welpen alt genug waren, gerade einen Tag in der Vermittlung. Penny im Tierheim Penny im Tierheim

Unsere Frage nach dem Münsterländer wurde von den Tierheimleuten mit: "Haben wir nicht, das ist ein Springer!" beantwortet. Mhhh, na gut, dann eben ein Springer, zwar noch nie gehört, aber nachdem wir eine Woche jeden Tag mit ihr spazieren waren, konnten wir sie am 28.09.2003 endlich mitnehmen. Penny im Tierheim Penny im Tierheim

Im neuen Zuhause stand leider erst einmal Fellpflege an. Pennys Ohren waren ein einziger Filzteppich, die Behänge an den Beinen total verknotet.

Penny nach dem Frisör Die Ohren haben wir dann zusammen mit einer in Hundepflege erfahrenen Freundin komplett runterschneiden müssen und auch die Behänge mussten leider größtenteils geschnitten werden. Danach sah Penny aus wie ein Welpe.

Penny nach dem Frisör

Schon im Tierheim sah man, dass sie eine sehr ruhige Vertreterin ist. Kein einziges Bellen, trotz Höllenspektakel rundherum. Sie ging freundlich und zutraulich auf alle Menschen zu. Sie war, kurz gesagt, einfach bezaubernd.

Penny

Im Laufe der Zeit stellte sich dann heraus, dass sie mit allen Alltagssituationen hervorragend zurecht kommt, ob Autos, laute Baustellen, Gewitter, kläffende Hunde, nichts bringt sie aus der Ruhe. Zu Menschen ist sie sehr freundlich, andere Hunde sind nicht so spannend und werden meist ignoriert.

Das erste Jahr

Sie kannte anscheinend nicht viel von der Welt. Die ersten Spaziergänge wurden nur auf dem Weg absolviert, erst langsam die Büsche rechts und links daneben erkundet, Wochen später erst die ersten freien Wiesen und Felder alleine betreten.

Pfützen wurden weiträumig umgangen, Bäche waren unüberwindliche Hindernisse. Auch so normale Sachen wie rumtollen, spielen, wälzen und eben auch bellen zeigte sie in der ersten Zeit nie.
Einen Gegenstand, wie einen Stoffknochen, den man ihr einmal abgenommen hatte, um ihn zu werfen, berührte sie von alleine nie wieder.

Mit Geduld und Spucke und einer tollen Hundeschule hat sie im ersten Jahr viele Dinge gelernt.

Penny

Sie rennt über Wiesen, stöbert im Unterholz (je dichter desto besser), springt durch Bäche und seit dem Sommer 2004 weiß sie auch, dass sie schwimmen kann.

Sie tollt rum, spielt ab und an ausgelassen mit anderen Hunden und bellt sogar manchmal. Es gab kein Rumrüpeln bei anderen Hunden, keine Probleme mit anderen Menschen, keinerlei Zerstörung in der Wohnung.

Trotzdem braucht man auch bei einem so unkomplizierten Hund GEDULD. Insgesamt hat es fast ein dreiviertel Jahr gedauert, bis sie sich wirklich völlig entspannen konnte und z. B. auf dem Rücken liegend neben uns kuscheln konnte. Kommandos wie Sitz, Platz, usw. lernte sie relativ schnell und es ist überhaupt kein Problem, sie überall hin mit zunehmen. Penny Penny Penny Penny

Kurz gesagt: ein absoluter Traumhund! Das Fazit nach einem Jahr Hund: nie wieder ohne Hund!!

Jägermeisterin

Nach einem Jahr war Penny also zu einem völlig normalen Springer geworden.

Das hieß allerdings auch, dass sie ihre Rassebeschreibung sehr gut durchgelesen hatte ;-) und so mussten wir uns nun damit beschäftigen, was es heißt einen Jagdhund zu führen, dessen ganzer Sinn nach Arbeiten steht.

Das zweite Jahr oder Die Jägermeisterin

Wie schon gesagt, bevor wir Penny im Tierheim fanden, kannten wir keine Springer und hatten keine Ahnung was ein Stöberhund ist, bzw. das sich Jagdhunde von Begleithunden / Hütehunden / Wachhunden / ... unterscheiden könnten. Jägermeisterin



So stellten wir fest: Fast alle anderen Hunde bleiben bei ihren Menschen, spielen Bällchen, holen Stöckchen, die Menschen gehen im Wald spazieren/unterhalten sich und ihre Hunde bleiben auf den Wegen.

Und Penny? Nase auf den Boden und los!! Wir waren so was von uninteressant und standen ziemlich allein in Wald und Flur rum. Nach ein paar Minuten war Penny immer wieder da. Sie hat nie hinter Wild hergehetzt, sondern es reicht das Aufstöbern.

Sie zeigte also ein Verhalten, wie es sich für einen Springer gehört, der zur Jagd eingesetzt wird. Aber wir sind keine Jäger! Was nun??

  • Zurückrufen üben in allen Lebenslagen und immer und immer wieder und wieder und wieder .....
  • Schleppleinentraining, nicht nur ein paar Wochen, sondern über Monate.
  • Auf Spaziergängen kann nicht gequatscht werden. Hund im Auge behalten und Rehe, Hasen und sonstiges Getier möglichst vor ihr sehen
  • Spaziergänge sind keine Spaziergänge! Baumstämme werden zum drüber klettern genutzt, Pfähle/Bäume umrundet, Geländer im Slalom passiert, Pansenstücke müssen gefunden werden, Trockenfutterbrocken verfolgt werden, die Kommandos Sitz, Platz und Bleib werden an den unmöglichsten Stellen eingestreut, wir müssen gefunden werden, unsere Richtung ändert sich des öfteren und so ist sie mit allem möglichen beschäftigt, nur nicht mit Jagen.
  • Die Pfeife: Da sie ausgesprochen verfressen ist, klappte die Konditionierung prima. Zuhause 1 mal pfeifen und eine groooße Leckerei überreichen (wirklich sehr groß, das Beste überhaupt, was es sonst nie gibt!!!). Dann täglich 1 mal wiederholen, langsam steigern, im Garten, im Wald ohne Ablenkung und immer folgt auf den Pfiff eine Riesenportion. Bei ihr funktioniert die Pfeife nun auch bei starken Reizen, wie rennenden Rehen etc.
  • Es gibt Freilaufgebiete für sie, wo sie ungehindert ihre Runden rennen kann. Am Rhein und an der Ruhr gibt es die Hochwasserwiesen, die von einem Damm begrenzt sind und wo wir fast nur Hundler treffen. Hier kann sie rennen bis zum Abwinken.

Jägermeisterin



All das brachte eine Besserung, aber nicht dauerhaft, es gab wieder Rückschläge und weg war sie, um nach ein paar Minuten strahlend zurück zu kommen.

Das Stöbern und die Flächensuche brachten dann den Durchbruch, denn es hieß von nun an, dass wir gemeinsam "jagen". Bitte nicht falsch verstehen, wir gehen nicht auf die Kaninchenjagd, sondern wir "jagen" Gegenstände / Dummys oder eben Menschen auf Kommando.

Penny

Durch das gezielte Stöbern auf Kommando hat sich Penny total verändert. Sie achtet auf uns, ob wir einen Befehl geben zum Suchen, und kann mit leisen Tönen davon abgehalten werden, selbstständig zu jagen. Das Verhältnis zu ihr ist viel entspannter geworden und jetzt nach 4 Jahren ist das Vertrauen zu einander sehr groß.

Penny

Heile Welt ??? Mitnichten, denn immer noch gilt, nicht aus den Augen lassen, nicht quatschen, sondern immer in der Lage sein, sofort ein Kommando zu geben, wenn Wild auftaucht. In Gebieten mit hoher Wilddichte bleibt sie bis heute an der Leine.


Und sehr wichtig: Schlampt man ein paar Wochen und latscht zufrieden mit sich und diesem erstklassig hörenden Hund durch Wald und Feld folgt die Quittung umgehend!

Es erfordert sehr viel Geduld und Konsequenz und wir haben gut zwei dafür Jahre benötigt. Während dieser Zeit gab es immer wieder Rückschläge und dann folgten die "gut" gemeinten Ratschläge in Richtung Spritzhalsband oder Teletakt - aber es geht ohne !!!!! Penny

Hilfreich war und ist eine Hundeschule, die sich mit Jagdhunden auskennt. Leider haben wir die erst 2005 entdeckt und Pia Gröning hat ihr Antijagdbuch ein paar Jahre zu spät geschrieben, aber falls heute jemand /Rat/Hilfe/Informationen benötigt: pfotenakademie.de und antijagdtraining.de

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Datum letzte Änderung: 24.11.2008